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Die Wolfswinkeler Hundetage finden im Jahr 2018 an den Tagen Freitag 7., Samstag 8. und Sonntag 9. September statt. Es soll diesmal um die fatale Lust am Exotischen gehen, um die Haltung von Hunderassen, die nur wenig für das Leben in einer Familie geeignet sind und um den stärker werdende Trend, Wildtiere in die Hautierassen einzukreuzen.

Wolfswinkele Hundetage 2018

7 bis 9. September 2018

Die fatale Lust am Exotischen -
wie wir uns ein gutes Zusammenleben mit dem Hund selbst verbauen

Unsere Hunderassen und unser Zusammenleben mit dem Hund wird auf zweierlei Weise bedroht: Auf der einen Seite sind es Degenerationen in den Beständen der Haushunderassen mit bedenklichen Folgen für Gesundheit der Hunde bis hin zu Qualzuchten durch ein Überzeichnen der Rassestandards, bei denen die Tiere faktisch mehrfach behindert sind. Insbesondere Hunderassen wie die Bulldogge oder der Mops sind hier beispielsweise in der Diskussion.

Wolf oder Wolfshybrid

Ein schönes Tier - aber wenig geeignet für einen guten Haushund: Wolf oder Wolfshybrid. Photo by M. Zonderling on Unsplash

Auf der anderen Seite etabliert sich aber eine Art Gegenströmung, die einen ebenso schädlichen Einfluss auf unsere Haushunde hat. Unter dem Motto von 'Back to the roots' zeichnet sich zunehmend eine Haltung bei vielen Menschen ab, die wünschen, ursprüngliche Haushunderassen, oder Wolfshybriden oder auch anderer Hybrid-Caniden halten zu wollen.

Das Exotische wird zunehmend immer beliebter auch bei der Haltung von Hunden und so finden Hunderassen Einzug in die Haushalte, deren Namen man früher nur aus kynologischen Handbüchern kannte. Im Grunde genommen sind beide Strömungen die Kehrseite ein und derselben Medaille, die letztendlich die eigenen Bedürfnisse voranstellt, ohne zu berücksichtigen, welche Bedürfnisse die Tiere haben und welche Auswirkungen dieses Tun auf das Zusammenleben mit den Tieren unweigerlich hervorbringen wird.

Begünstigt wird dies durch eine weitverbreitete Tendenz in der Einstellung zum Hund und in der Wertung seines Verhaltens. Nach dieser Einstellung nämlich wird das Verhalten des Hundes ausschließlich nach behavioristischen Aspekten bewertet. Demnach ist alles Verhalten das Ergebnis von Erlerntem. Der Hund ist quasi ein leeres Glas, und so wie dieses zu füllen ist, müsse sein Verhalten vorzugsweise durch Konditionierung erst einmal antrainiert werden.

Die genetischen Voraussetzungen spielen bei diesem Ansatz keine oder zumindest nur eine untergeordnete Rolle. Im Umkehrschluss heißt dies für den Hundehalter: Anything goes, was kümmert schon der ursprüngliche Zweck bei der Züchtung eines Landschlages oder einer Hunderasse?

Das schöne Aussehen eines Tieres, die Ästhetik einer Rasse werden vordergründig als Entscheidung zur Anschaffung in den Mittelpunkt gestellt, nicht seine Zweckbestimmung. Diese fatale Einstellung hat zum Beispiel eine undifferenzierte Haltung zur Frage der Listenhunde zur Folge, bei der die historische Entwicklung und Zuchtauswahl im Laufe der Geschichte einer Hunderasse völlig ignoriert und geleugnet wird. Dies hat weiterhin zur Folge, dass zwischen der Zähmung eines Wildtieres auf der einen Seite und seiner genetischen Veränderung durch Domestikation auf der anderen Seite nicht unterschieden wird. Und schließlich hat diese Unkenntnis und Ignoranz der biologischen Gegebenheiten des tierischen Sozialpartners auch zur Folge, dass dem Halter die Erkenntnis versperrt wird, warum es bei seinem Hund zu Schwierigkeiten und Problemen gekommen ist. Für viele Tiere ist dann das Tierheim die Endstation ihres Daseins, wo sie eigentlich nur ein jämmerliches Leben führen können.

"Die fatale Lust am Exotischen - wie wir uns ein gutes Zusammenleben mit dem Hund selbst verbauen" ist daher der Titel für die Wolfswinkeler Hundetage 2018. Gemeinsam mit Experten aus Forschung und Praxis will das Seminar dieses Phänomen beleuchten und auf dem Grund gehen.